Reiner Heuschen, führt seit 2019 Interessierte auf verschiedenen Wegen durch Monheim am Rhein

»Das Schönste an Monheim ist die Vielfältigkeit«

Was macht Monheim Mitte für Sie aus?
Mit der Monheimer Mitte verbinde ich Einkaufen, Genuss, Kontakte und Treffpunkt für Jung und Alt.

Welchen Bezug haben Sie zu Monheim Mitte?
Als echter Monheimer kenne ich Entwicklung der Monheimer Mitte recht gut. Ob es als Kind war, als die Straßenbahnhaltestelle kam oder später der erste Busbahnhof mit seinen fünf Spuren. In den 60er-Jahren folgte dann das Hochhaus. Besonders war natürlich auch der Bau des ersten Rathauscenters. Da gibt‘s eine schöne Geschichte von meiner Mutter, die früher immer gesagt hat: „Wat welle mer en Monnem kaufe? He jit en doch nix ze kaufe. Wann mer Wat welle, jöcke mer noh Langefeld ov Leverkusen. Un wann mer do nix krit, dann maache mer en Usflooch met üch Pänz noh Kölle.“ Das fand ich immer toll und habe das auch auf meinen Baustellenführungen erzählt. Und was ist passiert? Die Gäste haben alle genickt und zugestimmt, dass es tatsächlich so war. Aber mit Rathauscenter I und Rathauscenter II und später auch mit dem Monheimer Tor hat sich da ja vieles geändert.

Was ist das Schönste an Ihrer Stadt?
Das Schönste an Monheim ist die Vielfältigkeit. Es gibt hier wunderschöne Plätze – in Monheim und auch in Baumberg. Es gibt vieles zu sehen: Kunstwerke im öffentlichen Raum, Historisches, den Landschaftspark Rheinbogen und natürlich unsere Altstadt mit der Gastronomie. Und was auch toll ist, ist der Monheim Pass mit all seinen Möglichkeiten und natürlich die tolle Landschaft mit den vielen Wander- und Fahrradwegen.


Warum sind Sie Mon-Guide geworden?
Ich habe in meiner Freizeit viele Jahre auf der Bühne gestanden: beim Theater, im Karneval, beim Schützenfest, auf privaten Feiern. Auch in meinem Berufsleben hatte ich permanent Kundenkontakt. Ich war also immer in Gesprächen. Deshalb habe ich mich gefragt, was ich neben meinen Hobbys machen kann, wenn ich im Vorruhestand bin. Und dann kam der Zufall: Die Stadt Monheim suchte 2019 neue Mon-Guides. Ich bewarb mich – nicht nur, um den Kontakt zu Menschen zu pflegen, sondern auch, um mein Wissen über die Stadt Monheim an Bürgerinnen und Bürger und auch an Gäste weiterzugeben. Das ist für mich ganz wichtig.

Welche Führungen bieten Sie als Mon-Guide an?
2022 habe ich bereits einen Stadtrundgang in Baumberg, die klassischen Stadtführungen durch Monheim, die KD-Führung für Gäste der Schiffe und die Rundgänge um die Baustelle angeboten. Dazu kommen meine Fahrradtouren, bei denen man von Monheim bis nach Baumberg fährt und alle Sehenswürdigkeiten sieht. Im zweiten Halbjahr gibt es bei mir keine festen Termine, da kann man sich bei Interesse an einer Führung bei mir melden – und das hat auch schon gut geklappt. In diesem Jahr komme ich bisher auf gut 30 Führungen.

Wie sieht eine typische Baustellen-Führung bei Ihnen aus?
Nach einer kurzen Vorstellung und Einführung starte ich die Baustellen-Führung und gehe mit meinen Gästen nacheinander zu den einzelnen Stationen. Dazu gehören zum Beispiel der Ingeborg-Friebe-Platz und der Eierplatz. Nicht fehlen darf bei mir auch das Parkdeck des Monheimer Tors. Dort bin ich von Anfang an hingegangen, da man durch den Holzzaun nicht auf die Baustelle und den neuen Durchgang zum Eierplatz schauen konnte. Von oben hat man immer eine super Sicht – in alle Richtungen. Mit den Visualisierungen kann ich dann alles gut erklären und zeigen, wie es nach dem Umbau aussehen wird.

Was war Ihr schönstes oder lustigstes Erlebnis bei einer der Touren?
Das schönste Erlebnis für einen Mon-Guide ist eigentlich, wenn am Ende der Applaus kommt. Dann weiß man, man hat das gut gemacht und man hat die Gäste erreicht. Aber mir ist auch noch eine besondere Geschichte im Kopf geblieben: Ich hatte bei einer Führung mal eine Dame dabei, die kam am Schluss zu mir und sagte: „Ich bin so dankbar, dass ich die Führung mitgemacht habe. Sie haben so toll erklärt, wie es hier mal aussehen soll. Aber was ich noch viel schöner fand: Dass wir auf dem Parkdeck waren und ich von oben gucken konnte, wo ich wohne. Denn ich bin bis heute noch nie auf dem Parkdeck gewesen.“ Ich fand das so schön, dass ich einer Monheimerin, die sogar in der Nähe wohnt, noch etwas Neues zeigen konnte.

Wo verbringen Sie am liebsten in der Monheimer Innenstadt eine Pause?
Ich sitze sehr gerne am Gänselieselbrunnen – entweder in der Bäckerei oder in der Eisdiele. Da hat man einfach einen schönen Überblick und sieht, was in Monheim los ist. Auch auf den Bänken am Rathaus kann man sich gut aufhalten – zum Beispiel mit einem kleinen Snack.

Wo ist der beste Ort in Monheim Mitte, um Leute zu beobachten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen?
Das ist wegen der Baustellen im Moment gar nicht so einfach. In der Vergangenheit hat man sich viel im Einzugsbereich des Rathauscenters getroffen. Also auch in den Lokalen rund um das Rathaus. Da freue ich mich definitiv auf die Eröffnung im Herbst. Denn durch das neue Angebot in Monheim Mitte wird man sicher mal länger in der Innenstadt verweilen, vor allem auch abends. Ein Highlight wird für mich auf jeden Fall auch das Kino sein, das 2024 eröffnet.

Gibt es etwas, das Sie sich für Monheim Mitte wünschen?
Was mir definitiv fehlt ist ein Geschäft für Wandersachen und eins für Fahrräder. Wir haben viele Wander- und Fahrradwege wie den Rheinradweg und den Neanderlandsteig. Da wären diese Angebote sehr hilfreich. Denn jetzt bringen viele Monheimerinnen und Monheimer ihrer Fahrräder zur Reparatur nach Garath oder so. Das kann eigentlich nicht sein.

Was ist Ihre Lieblingsroute für einen Spaziergang?
Da gibt’s zwei Routen in Monheim. Einmal definitiv am Rheindeich entlang, Richtung Blee. Hin über den neuen Deich und zurück über den alten. Am Wasserturm vorbei und runter auf den Neanderlandsteig, wo der Rhein ganz flach ist. Das ist eine wunderschöne Strecke. Der zweite Wanderweg ist für mich ganz klar in Baumberg durch den Auenwald Richtung Zonser Fähre. Und dann gibt’s da ja auch noch den Knipprather Wald. Dieses, ich nenne es mal „Naturdreieck Monheim“, ist jede Wanderung wert.

Wenn Sie sich drei Sachen wünschen könnten, welche wären das?
Das Erste, das für uns alle wichtig ist, ist Frieden. Dann die Gesundheit und ein langes Leben für meine Familie, Freunde, Bekannte und mich. Und mein dritter Wunsch wäre, weiter so agil zu bleiben wie ich bin und mein Wissen über Monheim an Gäste weiterzugeben.

»Das schönste Erlebnis ist, wenn am Ende der Applaus kommt.«

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